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Nader und Simin - Eine Trennung

Originaltitel

Jodaeiye Nader az Simin

DVD/Blu-ray Start

DVD: 27.01.2012
Blu-ray: 27.01.2012

Kinostart

Deutschland: 14.07.2011
Österreich: 18.11.2011

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Produktion

Iran 2011

Bild- und Textmaterial finden Sie auf unserem Presseserver

Nader und Simin sitzen vor dem Scheidungsrichter. Dabei wird schnell klar, dass sich die beiden lieben, es sind nur die Umstände, die sie auseinander treiben. Simin will die Scheidung, um mit ihrer Tochter das Land zu verlassen. Nader weigert sich mitzugehen, er möchte seinen an Alzheimer leidenden Vater nicht zurücklassen. Als der Richter die Scheidung verwehrt, zieht Simin schweren Herzens zurück zu ihren Eltern. Nader engagiert für die Pflege seines Vaters die junge Mutter Razieh. Doch Razieh arbeitet ohne Erlaubnis ihres jähzornigen und hoch verschuldeten Ehemannes ­ und sie erwartet ein weiteres Kind. Mit der Pflege des verwirrten Vaters ist sie schon bald überfordert. Eines Tages bindet sie den alten Mann ans Bett und verlässt die Wohnung. Als Nader seinen bewusstlosen Vater findet, stößt er Razieh wütend aus der Wohnung.

Am nächsten Tag erfährt Nader, dass Razieh bei dem Sturz ihr Kind verloren hat. Wusste er, dass sie schwanger war? Sagt Razieh die volle Wahrheit? Ein Netz aus Lügen, Angst und Beschuldigungen spinnt sich unentrinnbar um alle Beteiligten.

PRESSENOTIZ

Das Schicksal von zwei Familien im Iran ­ die eine aus dem modernen Mittelstand, die andere aus streng gläubigen, ärmeren Verhältnissen ­ bei einer aufreibenden Suche nach den vielen Gesichtern der Wahrheit. Auf der Berlinale 2011 gewann das vielschichtige iranische Drama den Goldenen Bären sowie zwei Silberne Bären und wurde von Presse wie Publikum euphorisch umjubelt.

Meisterhaft und emotional erzählt der iranische Regisseur ­ festgemacht an einer ganz privaten Situation ­ wie Menschen in einer unfreien Gesellschaft leben. Dabei ist Nader und Simin ­ Eine Trennung kein politisches Pamphlet, sondern eine einfühlsam erzählte Geschichte, die mit dokumentarischer Wahrhaftigkeit und zutiefst menschlicher Eindringlichkeit und einem Ensemble großartiger Schauspieler mitten ins Herz zielt, und weit über die Grenzen des Iran hinaus strahlt.

CAST & CREW

BESETZUNG

Simin LEILA HATAMI
Nader PEYMAN MOADI
Hodjat SHAHAB HOSSEINI
Razieh SAREH BAYAT
Termeh SARINA FARHADI
Richter BABAK KARIMI
Naders Vater ALI-ASGHAR SHAHBAZI
Simins Mutter SHIRIN YAZDANBAKHSH
Somayeh KIMIA HOSSEINI
Frl. Ghahraei MERILA ZAREI

STAB

Regie ASGHAR FARHADI
Produktion ASGHAR FARHADI
Drehbuch ASGHAR FARHADI
Kamera MAHMOOD KALARI
Schnitt HAYEDEH SAFIYARI

BACKGROUND

INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR ASGHAR FARHADI

Was hat Sie dazu bewegt, diesen Film zu machen? Was waren die Umstände, in denen er entstand?

Ich war in Berlin und arbeitete an einem Drehbuch zu einem Film, der ganz in Berlin spielen sollte. Eines Abends in der Küche eines Freundes hörte ich ein iranisches Lied in der Wohnung nebenan. Ganz plötzlich waren meine Gedanken voll von Erinnerungen und Bildern, die zu einer ganz anderen Geschichte gehörten. Ich versuchte, diese Gedanken abzuschalten und mich wieder auf das Drehbuch zu konzentrieren, dass ich gerade entwickelte. Aber es half nichts: Die Ideen und Bilder hatten die Kontrolle übernommen. Sie ließen mich nicht mehr los – in den Straßen, in der U-Bahn wurde ich von dieser Geschichte verfolgt, sie dominierte meine Zeit in Berlin. Ich habe dann akzeptiert, dass mir diese Geschichte jeden Tag näher ging. Daher ging ich zurück in den Iran und begann dieses neue Drehbuch zu schreiben. Man kann also sagen, dass die Idee zu diesem Film in einer Küche in Berlin entstanden ist.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Schauspielern?

Ich brauche für gewöhnlich viel Zeit, um die Schauspieler auszusuchen und das war bei diesem Film keine Ausnahme. Ich tendiere dazu, nicht mit Schauspielern zu arbeiten, denen vieles unangenehm ist und die generelle Probleme bei dem Film oder mit meiner Sicht des Films haben. Ich denke, dass ein Schauspieler nicht den großen Zusammenhang eines Films erkennen muss, aber er sollte sich bemühen, sich auf die Feinheiten und Intentionen des Charakters, den er darstellt, zu konzentrieren. Meine Methode ist in der Tat die, dass ich die Eigenart des Schauspielers oder der Schauspielerin der Rolle anpasse. Doch was mir immer wichtig ist, sind kontinuierliche Proben. Da wird der Schauspieler zu seinem Charakter. Das bedeutet, dass wir uns beim Dreh dann wieder auf andere Details konzentrieren können, da die Figuren bereits feststehen. Wir nahmen uns Zeit für die Proben, arbeiteten von einem sehr detaillierten Drehbuch ausgehend, dem wir präzise folgten. So konnte jeder Schauspieler die verschiedenen Dimensionen seiner Figur verstehen. Diese Arbeitsweise habe ich mir wohl während meiner Zeit beim Theater angeeignet. Das bedeutet natürlich nicht, dass Vorschläge oder Meinungen nicht geäußert werden dürfen, aber wir fanden, dass die Proben der einzige Zeitpunkt sind, um hierüber zu diskutieren. Als wir mit dem Dreh begannen, einigten wir uns drauf, dass die Abweichungen von da an nur minimal sein würden.

Wie waren die Drehbedingungen?

Alle Szenen, die wir gefilmt haben, waren an festen Drehorten. Für die Szene im Büro des Richters und im Gerichtssaal hatten wir nicht die Erlaubnis im Gerichtsgebäude zu drehen. Daher haben wir zwei Schulen zweckentfremdet und sie nachgebaut.

Ist die Trennung, die im Mittelpunkt Ihres Films steht, nur die eines Ehepaares?

Ich glaube nicht, dass es für das Publikum wichtig ist, meine Intentionen zu kennen. Es ist mir viel lieber, wenn sie das Kino mit Fragen verlassen. Ich glaube, dass die heutige Welt mehr Fragen als Antworten braucht. Antworten halten einen davon ab zu fragen, davon, selbst nachzudenken. Von der ersten Szene an, zielte ich genau hierauf ab. Die erste Frage des Films ist, ob ein iranisches Kind eine bessere Zukunft in seinem eigenen Land oder im Ausland hat. Hierauf geben wir keine Antwort. Mein Wunsch ist es, dass der Film einen dazu animiert, Fragen wie diese zu stellen.

Die Hauptrollen in Ihrem Film sind beide weiblich. Warum?

Ich versuche, in meinen Filmen eine realistische und komplexe Vorstellung von meinen Charakteren zu geben – egal, ob männlich oder weiblich. Ich weiß auch nicht, warum die Frauen hier eher die treibenden Kräfte sind. Vielleicht ist es einfach eine unbewusste Entscheidung. Es mag auch so sein, dass in einer Gesellschaft, in der Frauen unterdrückt werden, auch die Männer nicht länger in Frieden leben. Derzeit ist es im Iran so, dass es die Frauen sind, die darum kämpfen, die Rechte wiederzuerhalten, die ihnen aberkannt wurden. Aber auch wenn es so ist, dass die beiden Figuren Frauen sind, haben sie beide sehr unterschiedliche Entscheidungen im Leben getroffen. Sie versuchen beide, ihre Haut zu retten. Die eine ist aus der armen Unterschicht, mit all den dazugehörigen Schwierigkeiten, während die andere aus der Mittelschicht kommt.

Was ist Ihre Intention dabei, ein kontrastreiches Portrait iranischer Frauen zu zeichnen?

Das westliche Publikum hat ein sehr bruchstückhaftes Bild der iranischen Frauen. Sie meinen, sie wären passiv, an das Haus gefesselt und von sozialen Aktivitäten weit entfernt. Vielleicht lebt eine gewisse Zahl der Frauen im Iran auch so – aber im Allgemeinen sind Frauen gesellschaftlich sehr präsent und aktiv. Und zwar in einer viel freimütigeren Art als Männer, abgesehen von den Beschränkungen, die ihnen auferlegt wurden. Beide Frauentypen sind in diesem Film präsent, ohne, dass die eine verurteilt oder die andere als Heldin glorifiziert wird. Die Konfrontation dieser beiden Frauen ist nicht die zwischen Gut und Böse. Es sind einfach nur zwei Sichtweisen von Gut, die aufeinander treffen. Und genau das ist der Punkt, wo meiner Meinung nach die modernen Tragödien beginnen. Der Konflikt entzündet sich zwischen zwei positiven Instanzen, und was ich hoffe, ist, dass die Zuschauer sich nicht entscheiden können, wem sie den Erfolg mehr gönnen.

Halten Sie es für notwendig die Kultur oder Sprache zu kennen, um alle möglichen Lesarten zu verstehen?

Es ist für ein iranisches Publikum wahrscheinlich leichter, eine direkte Verbindung zu dem Film herzustellen. Wenn man die Sprache, aber auch den Kontext und die soziale Textur, in der die Geschichte spielt, kennt, werden ohne Zweifel abwegige Interpretationen vermieden. In diesem Film steht ein verheiratetes Ehepaar im Mittelpunkt des Geschehens. Die Ehe ist schließlich eine universale Beziehung zwischen zwei Menschen, ganz gleich in welcher Epoche oder Gesellschaft sie leben. Denn die Frage nach menschlichen Beziehungen ist nicht gebunden an einen festen Platz oder eine bestimmte Kultur. Es ist eine der essentiellsten und komplexesten Angelegenheiten der modernen Gesellschaft. Daher denke ich, dass das Sujet des Films auch einem sehr breiten Publikum zugänglich ist und geografische, kulturelle oder sprachliche Grenzen überwindet.

DVD & Blu-ray

DVD

Bildformat1.85:1 (16:9)
TonformatDeutsch, Persisch
UntertitelDeutsch
EAN4042564133660
FSK12
Laufzeit118 Minuten
Extras

Interview mit Asghar Farhadi · Interview mit Leila Hatami · Dokumentation über Asghar Farhadi

Blu-ray

Bildformat1.85:1 in High-Definition
TonformatDeutsch, Persisch
UntertitelDeutsch
EAN4042564133677
FSK12
Laufzeit123 Minuten
Extras

Interview mit Asghar Farhadi · Interview mit Leila Hatami · Dokumentation über Asghar Farhadi

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