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Wir sind alle erwachsen

Originaltitel

Les grandes personnes

DVD-Start

DVD: 09.10.2009

Kinostart

Deutschland: 07.05.2009
Österreich: 03.07.2009

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Produktion

Frankreich 2008

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nicht-gewerbliche Rechte

Albert und seine 17-jährige Tochter Jeanne verbringen den Sommer auf einer kleinen, schwedischen Insel. Seine penible Urlaubsplanung wird über den Haufen geworfen, als das gebuchte Haus aufgrund eines Missverständnisses bereits von zwei Frauen belegt ist. Und so nehmen Alberts Ferien eine ganz unerwartete Richtung-  sehr zum Gefallen von Jeanne. Das unverhoffte Zusammentreffen der vier ungleichen Charaktere zwingt alle Beteiligten sich und ihre Standpunkte in Frage zu stellen, Gefühle zu erforschen und sich am Ende dieses Sommers als neue Menschen wieder zu finden…    

Auf humorvolle Weise zeigt Anna Novions Regiedebüt die Turbulenzen des Erwachsen-Werdens und die Konsequenzen des Erwachsen-Seins.

CAST & CREW

BESETZUNG

Albert JEAN-PIERRE DARROUSSIN
Jeanne ANAIS DEMOUSTIER
Christine JUDITH HENRY
Annika LIA BOYSEN
Per JAKOB EKLUND
Magnus ANASTASIOS SOULIS
Johan BJÖRN GUSTAFSSON

STAB

Regie ANNA NOVION
Produktion CHRISTIE MOLIA
Drehbuch ANNA NOVION
BEATRICE COLOMBIER
MATHIEU ROBIN
Kamera PIERRE NOVION
Schnitt ANNE SOURIAU
Musik PASCAL BIDEAU

BACKGROUND

Interview mit Anna Novion (Regie und Drehbuch)

Was war der Ausgangspunkt für die Geschichte, die in WIR SIND ALLE ERWACHSEN erzählt wird?

Schweden. Für mich spielt dieses Land eine wichtige Rolle. Für meinen ersten abendfüllenden Spielfilm wollte ich mich in ein Umfeld begeben, das ich zwar kannte, dessen Geheimnis mir jedoch nicht im Einzelnen vertraut war. Ich hatte keine Lust, eine Wirklichkeit abzubilden, die mir zu nahe ist, etwa Paris, wo ich nun einmal wohne. Meine Mutter ist Schwedin. Und jeden Sommer, wenn ich zu dem alten Familiengrundstück auf einer Insel vor Göteborg zurückkehre, habe ich den Eindruck, als würde ich diese Insel, ja das ganze Land, völlig neu entdecken. Ich bin immer noch richtig erstaunt und überrascht über das, was ich dort sehe, und gerade das ist wichtig, wenn man einen Film drehen will.

Wovon wollten Sie in WIR SIND ALLE ERWACHSEN erzählen?

Mein Film handelt von der Begegnung zwischen vier Menschen, die unter normalen Umständen niemals zusammengekommen wären. Durch ihr erzwungenes Zusammensein unter einem Dach geraten nach und nach auch ihre festgefahrenen Überzeugungen ins Wanken. Die Illusionen, an denen sie sich festklammern, werden in Frage gestellt. Wie schon in meinen Kurzfilmen, hat mich vor allem das Beziehungsgeflecht interessiert, das sich zwischen den Figuren entspinnt: die Art, wie sie sich erst beobachten und belauern, um dann nach und nach etwas von ihrem eigentlichen Wesen preiszugeben.

Hinzukommt das Thema des Verhältnisses zwischen Vater und Tochter…

Diese Idee geht auf einen Sommerurlaub in Schweden zurück, wo meine Mutter ein paar Freunde eingeladen hatte: einen Vater mit seiner Tochter, und dann noch eine andere Frau, die mich zur Figur der Christine inspiriert hat. Ich fand es interessant, den Vater zu beobachten, der sich da so emsig um die Erziehung seiner Tochter kümmerte, völlig darin aufging und gleichzeitig ihre weibliche Entwicklung ignorierte: Er wollte einfach nicht sehen, wie sie allmählich erwachsen wurde, denn es dämmerte ihm wohl, dass er dann mit Dingen klarkommen müsse, die zu akzeptieren er außerstande war – Dinge, die für einen Mann wie ihn, der offenkundig ein wenig Kind geblieben ist, recht unangenehm werden könnten.

Warum haben Sie mitten in diese doch sehr realistische Handlung eine Wikingerlegende eingebaut?

Um zu zeigen, dass der Vater am Anfang der Geschichte im selben Maße wie seine Tochter ein Kind ist, das erst noch erwachsen werden muss. Wie Albert da mit seinem Metalldetektor loszieht, um einen Wikingerschatz zu finden, da erscheint er ja wie ein kleiner Junge, der von Abenteuern und Entdeckungen träumt und sich dabei für einen großen Experten hält. Im Grunde ist seine Suche völlig absurd. Für ihn erfüllt sie den Zweck, ihm die Augen davor zu verschließen, dass seine Tochter ihm entgleitet und dass sie über das Alter hinausgewachsen ist, wo sie noch Lust hat, mit ihm auf Schatzsuche zu gehen.

Den Landschaften kommt in dieser Geschichte eine große Bedeutung zu…

In Wirklichkeit spielen sie eine zwiespältige, ja widersprüchliche Rolle, denn sie sind zugleich friedlich und bedrohlich. Sie verkörpern etwas ganz Einzigartiges, eine Art schwedischen Exotismus: dieses schier unglaubliche Licht, diese verblüffenden, wie aus Blei geformten Landschaften, die felsigen Küsten…; dann das Meer, das manchmal so trübe erscheint und im Gegensatz zur strahlenden Klarheit des Himmels steht. Ich habe mit diesen Kontrasten gespielt. Auch den Wind haben wir in unsere Arbeit miteinbezogen, was ursprünglich zwar gar nicht vorgesehen war, doch dann fügte es sich eben, dass wir in einem sehr windigen Sommer gedreht haben. Es sollte sich erweisen, dass der Wind in visueller wie auch in klanglicher Hinsicht ein interessantes Element ins Spiel brachte, das in metaphorischer Form von der zunehmenden Unruhe der Figuren kündete.

Welche Grundregeln beachten Sie beim Drehen eines Films?

Ich finde es wichtig, Dinge zu zeigen, ohne damit etwas nachweisen zu wollen. Ich bin ja nicht da, um meine Figuren zu beurteilen, sondern um mir die Zeit zu nehmen, sie in ihrer Entwicklung zu beobachten. Jeder Mensch hat seinen eigenen Hintergrund, sein eigenes Milieu, und daher ist es völlig sinnlos, sie beurteilen zu wollen. Mein Kino kennzeichnet sich dadurch, dass ich zu beobachten versuche – und zwar nicht so sehr das, was aus meinen Figuren letztlich wird, sondern wie sie es werden, welche Wege sie einschlagen, um sich zu verändern und weiterzuentwickeln. Es geht um eine allmähliche Progression, die an unspektakulären Momenten des Lebens vorbeiführt, an einfachen Szenen, die fast schon banal sind, in denen die Figuren aber etwas von sich preisgeben und in denen ihre innersten Gefühle zum Vorschein kommen. Um derartige Eindrücke, solche klitzekleinen Gefühlsäußerungen einzufangen, ist es wichtig, die Kamera einfach hinzustellen und abzuwarten, wie sich die Dinge von selbst entwickeln. Es ging auch darum, den Zuschauern die Zeit zu geben, sich in das Innenleben der Figuren, in ihre Gefühlswelten hineinzuversetzen.

Was hat Ihnen dieser erste Spielfilm gebracht?

Ich hatte mir vorgestellt, dass ich an dem Tag, an dem ich meinen ersten abendfüllenden Spielfilm fertig stellen würde, endlich eine Frau werden würde! Ich habe mir das immer so eingeredet: Ich werde erwachsen werden, ein erwachsener Mensch! Jetzt muss ich allerdings feststellen, dass ich seither genau dieselbe geblieben bin!

DVD

DVD

Bildformat1.85:1 (anamorph)
TonformatDD 5.1 (Deutsch, Französisch)
UntertitelDeutsch
EAN4042564117448
Laufzeit81 Minuten
Extras

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