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Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern

DVD-Start

DVD: 30.10.2015

Kinostart

Deutschland: 21.05.2015

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Produktion

Schweiz/Deutschland 2014

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nicht-gewerbliche Rechte

Dora (Victoria Schulz) ist 18 und voller Entdeckungsfreude. Ihre beruhigenden Medikamente hat ihre Mutter Kristin (Jenny Schily) erst kürzlich abgesetzt. Nun stürzt sich die geistig beeinträchtigte junge Frau ungebremst ins Leben und findet Gefallen an dem gut aussehen-den Peter (Lars Eidinger). Bald haben die beiden spontan Sex zum Schrecken von Mutter Kristin. Dora trifft sich ohne das Wissen ihrer Eltern weiterhin mit dem undurchsichtigen Mann, der sichtlich von ihrer befreiten Sinnlichkeit angetan ist. Während ihre Mutter sich vergeblich ein zweites Kind wünscht, wird Dora schwanger.
DORA oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern basiert auf dem erfolgreichen Theaterstück von Lukas Bärfuss. In der Titelrolle zeichnet Victoria Schulz als DORA ein intensives Porträt einer lebensbejahenden jungen Frau. In weiteren Hauptrollen sind Jenny Schily, Urs Jucker und Lars Eidinger zu sehen.

CAST & CREW

BESETZUNG

Dora VICTORIA SCHULZ
Peter LARS EIDINGER
Kristin JENNY SCHILY
Felix URS JUCKER

STAB

Regie STINA WERENFELS
Produktion SAMIR
Co-Produktion NICOLE GERHARDS - NIKO FILM, STINA WERENFELS - ALEPPO FILMS
Kamera LUKAS STREBEL
Schnitt JANN ANDEREGG
Vorlage Theaterstück LUKAS BÄRFUSS

BACKGROUND

ANMERKUNG DER REGISSEURIN STINA WERENFELS

Als ich 2003 die Uraufführung von Lukas Bärfuss’ Stück «Die sexuellen Neurosen unserer Eltern» sah, war ich gefesselt vom Gefühl der Ambivalenz, welches der Theaterabend in mir auslöste. Ununterbrochen stand die Frage im Raum: Was ist moralisch richtig und was falsch?
Diese Fragen haben mich seither ständig beschäftigt und sie führten zu diesem Film.

DIE GESCHICHTE
Wir erleben eine Mutter, welche die pharmakologische Ruhigstellung ihrer 18-jährigen Tochter nicht mehr erträgt und mutig die Medikamente absetzt. So verfolgen wir das sexuelle Erwachen von Dora, der jungen, geistig beeinträchtigten Frau, und erfahren, was dieses Ereignis bei Eltern und Umgebung in Gang setzt. Während andere Teenager in der Pubertät ihre Schamschwellen aufbauen, geschieht bei Dora das Gegenteil: Dora konfrontiert uns hautnah mit ihrer Sexualität.

FREIHEIT UND SEXUELLE AUTONOMIE
Auf der Ebene der Familie hat mich besonders interessiert, wie die Mutter Kristin aus Liebe ihr behindertes Kind in die Autonomie entlässt. Denn erst eine selbstbestimmte Dora nimmt gleich-berechtigt am Leben teil. Dass Dora diese Selbstbestimmung ausgerechnet mit ihrem ganzen Körper einfordert und einen mehr als zweifelhaften Liebespartner findet, damit hat niemand gerechnet. Ohne sich dessen bewusst zu sein, pocht Dora auf die Grundrechte: das Recht auf persönliche Freiheit und das Recht auf Ehe und Familie. Damit erinnert sie uns an das Gebot der Gleichstellung und das Verbot der Diskriminierung. So bringt sie ein ganzes Familiensystem ins Schleudern. Während Dora sich erst mal ganz nach den Idealen ihrer Eltern entwickelt – sie wird aktiv, neugierig und unkonventionell –, wird sie auch unberechenbar und gefährdet sich selbst. Mit ihrer Sexualität wachsen die Gefahren und somit die Sorge seitens der Eltern: Jede von Doras Handlungen löst von nun an ein Echo bei den Eltern aus und ruft nach Beurteilung, Schutz und Kontrolle. Und während sich die Eltern verpflichtet fühlen, einzugreifen, beurteilen die Behörden Doras Weg in die Unabhängigkeit positiv.

DVD

DVD

Bildformat1,85:1 (16:9)
TonformatDeutsch DD 5.1
UntertitelFranzösisch, Englisch
EAN4042564158953
FSK16
Laufzeit90 Minuten
Extras

Trailer, Making of, Interviews mit Darsteller und Regisseurin, Interview mit Lukas Bärfuss

PRESSESTIMMEN

 „Mit einer Eindringlichkeit, die Wucht und Zartgefühl, Verführung und Eckel, Moralität und Lebenslust verwebt. Und die Zuschauer im Kino in einem Taumel von Urteilskraft und Mitgefühl versetzt, der beglückend ist.“ DER SPIEGEL


„Ein risikofreudiger Film, der dem Autonomie-Gebot, den Schlagwörtern von der Inklusion und Mündigkeit, überzeugend auf den Grund geht. Und dabei auch in einen Abgrund vordringt – in dem ein gefährlich schillernder Lars Eidinger grandios agiert.“ BERLINER ZEITUNG


„Die atemberaubende Intensität und Präzision, mit der die junge Berlinerin eine geistig Behinderte im Entdeckungsrausch ihrer Körperlichkeit spielt, machte DORA ODER DIE SEXUELLEN NEUROSEN UNSERER ELTERN zu einem in jeder Sekunde relevanten Film, der uns alle zur Haltung herausfordert: Welches Handicap hast du? Ein Hoch auf Viktoria Schulz! Ihre hochpräsente, körperlich maximal leidenschaftliche Leistung war das Gegenteil der sonst vorherrschenden Affektroutine.“ CICERO


„Die junge Victoria Schulz gestaltet ihre Figur, diese liebenswerte, anstrengende Dora, die vor Glück manchmal außer Rand und Band gerät, unglaublich intensiv, natürlich und authentisch, ganz ohne Spasti-Klischees und ohne dabei beim Zuschauer einen Behinderten-Mitleidbonus herauszukitzeln.“ 3SAT


„Sehenswert! DORA ODER DIE SEXUELLEN NEUROSEN UNSERER ELTERN hat das Zeug zum echten Skandal, vor allem weil dieser ausgezeichnet, auch glänzend gespielte Film an unseren kulturellen Tabus rührt – und provoziert.“ ARTECHOCK


„Mutig, nötig, feinfühlig – Stina Werenfels’ Adaption eines Theaterstücks von Lukas Bärfuss ist ein furchtloses und anrührendes Drama über das Loslassen.“ BERLINALE