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Sabah

Originaltitel

Sabah

Kinostart

Deutschland: 04.05.2006

Produktion

Kanada 2004

89 Minuten
Farbe | 35 mm

Bild- und Textmaterial finden Sie auf unserem Presseserver
nicht-gewerbliche Rechte

Sabah hat ein Problem. Die kluge und attraktive Muslimin hat sich das erste Mal in ihrem Leben verliebt – Hals über Kopf. Doch ihre Familie würde Stephen niemals akzeptieren, denn er ist zwar groß, gutaussehend und liebenswert, aber definitiv kein Moslem. Obwohl Sabahs Familie seit Jahren in Kanada lebt, ist besonders ihr Bruder, das Familienoberhaupt, sehr konservativ und überwacht jede Minute ihres Lebens. Sabahs ganzer Einfallsreichtum und viel Humor ist gefragt, um die immer häufigeren Treffen mit Stephen zu verheimlichen. Aber sie weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ihre Familie die Wahrheit erfährt...

Humor, Zartgefühl, Lebensfreude und Romantik sind die Zutaten dieser mitreißenden Komödie über eine Liebe zwischen unterschiedlichen Kulturen, ganz im Stil von „My Big Fat Greek Wedding“ oder „Kick it like Beckham“. Hauptdarstellerin Arsinée Khanjian brilliert in der Rolle der zunächst sehr zurückhaltenden Sabah, deren Leben durch eine unverhoffte Liebe völlig auf den Kopf gestellt wird.

Die 32jährige Regisseurin Ruba Nadda erzählt die Geschichte mit viel Situationskomik und herzerwärmendem Charme. Die Kanadierin hat bereits 16 Filme produziert, darunter 12 Kurzfilme, die auf Festivals auf der ganzen Welt gezeigt wurden. SABAH feierte auf dem Internationalen Filmfestival in Rotterdam Weltpremiere und wurde auf den Hofer Filmtagen vom Publikum begeistert aufgenommen.

CAST & CREW

BESETZUNG

SABAH ARSINÉE KHANJIAN
UM MOUHAMMED SETTA KESHISHIAN
SHAHEERA ROULA SAID
SOUHAIRE FADIA NADDA
MAJID JEFF SEYMOUR
AMAL KATHRYN WINSLOW
STEPHEN SHAWN DOYLE
PARAMEDIC MARY LOU FALLIS
OPERA SINGER AARON ABRAMS
MUSTAFA DAVID ALPAY
GIRLFRIEND KAYLEN CHRISTENSEN

STAB

Regie RUBA NADDA
Produktion TRACEY BOULTON
Drehbuch RUBA NADDA
Kamera JONATHAN DUECK
Musik BEN JOHANNESEN

BACKGROUND

REGISSEURIN RUBA NADDA ÜBER DEN FILM

SABAH ist ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt. Ich war immer daran interessiert, Geschichten von Arabern zu erzählen, die in Nordamerika leben. Araber und Muslime werden oft so portraitiert, als ob sie von Natur aus den Werten der westlichen Welt ablehnend gegenüberständen. Heutzutage ist es besonders wichtig, dass Geschichten wie SABAH zeigen, wie Araber tatsächlich im Westen leben. Eine Liebesgeschichte zwischen einer Araberin und einem Nicht-Moslem wirft ein Licht auf die Schwierigkeiten, denen Immigranten beim Aufbau eines neuen Lebens gegenüberstehen. Es ist für mich sehr wichtig, diese Schwierigkeiten auf der Leinwand zu präsentieren, ohne auf typische Stereotypen oder Klischees zurückzugreifen.

SABAH präsentiert als Liebesgeschichte diese kulturellen Konflikte in einer hoffnungsvollen und humorvollen Weise. Aber die Konflikte finden nicht nur zwischen den beiden Liebenden statt. Sabah und Stephen müssen sich auch mit ihrer kulturellen Herkunft und ihren unterschiedlichen Vorstellungen von Liebe auseinandersetzen. Die Heldin, Sabah, findet endlich den Mut, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, nachdem sie sehr viele Jahre nur für ihre Familie da war.  Sie muss die Werte und das Leben ihrer Familie, das sie so viele Jahre geteilt hat, in Frage stellen und entscheiden, auf welchem Weg sie am besten die kulturellen Schwierigkeiten überwinden kann. Erst nachdem sie diesen Prozess überwunden hat, erlaubt sie es sich, sich zum ersten Mal in ihrem Leben mit allen Konsequenzen zu verlieben.

Ich habe bereits einige sehr düstere Liebesgeschichten verfilmt, die in einem trostlosen Toronto gespielt haben. In meinen frühen Werken wollte ich verzweifelt Geschichten erzählen, hatte aber wenig Geld, sie umzusetzen. Als ich mit SABAH mein erstes großes Projekt begann, wollte ich etwas anderes machen. SABAH sollte von Themen wie Hoffnung, Vertrauen, Verlangen und der verrückten ersten Liebe erzählen. Ich wollte einen sehr klassischen Film mit wundervollen Bildern machen. 

Die Idee für SABAH hatte ich in meinem letzten Jahr an der York University. Auf dem Heimweg im Bus beobachtete ich eine junge, verschleierte Frau, nur ihre Augen waren erkennbar. Als ich sie ansah überlegte ich mir, dass sie ein völlig anderes Leben führte, als ich und ich wunderte mich, wie sie wohl mit ihren sexuellen Bedürfnissen und Gefühlen umging. Dann fragte ich mich, was passieren würde, wenn sie sich in jemanden verliebt, der kein Moslem ist? Wenn sie so richtig verliebt ist in jemanden, den sie nicht sehen darf? Würde sie all die verrückten Dinge tun, die Menschen nun mal tun, wenn sie total verliebt sind und ihre Handlungen nicht mehr unter Kontrolle haben? Würde sie diese Gefühle zulassen? In meinem Kopf hatte ich das Bild einer verschleierten Frau, die mitten auf der Strasse leidenschaftlich einen westlichen Mann küsst. Das Bild blieb für Jahre in meinem Kopf und daraus hat sich schließlich SABAH entwickelt.

Die Grundidee änderte sich im Laufe der Jahre. Als ich mit dem Drehbuch begann entschied ich, dass die Geschichte interessanter wäre, wenn Sabah bereits ein wenig älter wäre. Der Erwartungsdruck der gesamten Familie ist für eine ältere Frau sehr viel größer und man hat sich bereits daran gewöhnt, dass sie nur für die Familie da ist. Andererseits ist die Versuchung, dem Herzen zu folgen, auch größer, denn eine ältere Frau spürt vielleicht, dass sie keine weitere Chance mehr bekommt. 

Nachdem ich das Treatment beendet hatte und Telefilm die erste Finanzierung ermöglichte, kontaktierte ich Atom Egoyan und Simone Urdl, die bereits meine ersten Filme unterstützt hatten. Außerdem fragte ich Arsinée Khanjian an, die ich seit Jahren verehre und lange schon als ideale Besetzung für SABAH im Kopf hatte. Im April 2002 erfuhr ich, dass Atom und Simone mein Drehbuch gefiel und sie offiziell mit an Bord waren. Danach ging alles sehr schnell. Ich wusste, mit den beiden als Ausführende Produzenten an meiner Seite konnte ich den Film machen. Kurze Zeit später sagte Tracey Boulton als Produzentin zu, die sich ebenfalls sofort leidenschaftlich für SABAH engagierte.

SABAH spielt im Frühling in Downtown Toronto. Viele Immigranten, darunter auch meine Eltern, betrachten Toronto als eine Stadt mit unendlich vielen Möglichkeiten. Sie lieben die Schönheit der Stadt, die sauberen und gepflegten Strassen, die Marmorböden in den Shopping-Malls und die wohlgepflegten Blumen im Park.

Ich verbrachte einen Monat mit Luc Montpellier, meinem Kameramann und Jonathan Dueck, meinem Produktionsdesigner. Zusammen entschieden wir, wie der Film und die einzelnen Einstellungen aussehen sollten. Wir wussten, dass wir ein sehr enges Schedule hatten und einige sehr ambitionierte Drehorte. Daher war es umso wichtiger, alles im Vorfeld zu organisieren und zu planen. Diese umfangreiche Vorbereitung zahlte sich später aus. Luc hatte genaue Anweisungen für jedes Crew Mitglied erstellt. Dadurch waren wir immer im Zeitplan. Als wir das erste Rohmaterial sahen, konnten wir gar nicht glauben, wie  wunderschön die Bilder waren.

Meine eigentliche Ausbildung im Filmen war sehr kurz. Nach zwei Monaten Produktionsstudium in New York kehrte ich zurück nach Toronto und fing einfach an zu arbeiten. Es war nicht immer leicht, denn ich lernte viele Dinge auf sehr harte Weise, und viele Kurzfilme wurden nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Einen Film nach dem anderen finanzierte ich mit meinem eigenen Geld, sendete die Werke zu Festivals und hatte manche Erfolge, aber auch Misserfolge. Aber diese Erlebnisse zahlten sich letztendlich aus. Ich hatte schließlich umfangreiche Erfahrungen im Dreh und der Arbeit mit der Crew und den Schauspielern. Das half mir bei SABAH, meinem ersten großen Projekt.